Alle Artikel in: Hintergründe

AUF ZUM FINALE!

Wir geben nochmal ordentlich Gas für euch. Am Samstag, den 14. Juli, also einen Tag vor dem Bewerbungsschluss für das Wintersemester (und dem WM-Finale), veranstaltet die Hochschule Bremerhaven ihr großes Bewerbungsfinale. Viele Studiengänge stellen sich an Ort und Stelle noch einmal vor, Labore öffnen ihre Türen, ProfessorInnen stehen für persönliche Gespräche bereit – und ganz Kurzentschlossene können sich direkt um Studienplätze bewerben. Natürlich ist der Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) mit von der Partie, denn unser Pionier-Jahrgang ist noch nicht voll. Falls du also mit dem Gedanken spielst, dich zu bewerben, komm doch einfach vorbei und lerne uns kennen. Um 11.00 Uhr ist ein Vortrag von Professor Michael Vogel geplant, in dem er das außergewöhnliche Studiengangskonzept von GIF darstellen und die ersten Wochen des Studiums umreißen wird. Anschließend steht er für Fragen und Einzelgespräche zur Verfügung. Bewerbungen für GIF sind nur online möglich. Macht aber nichts, denn der Bewerbungsschluss ist ja erst am 15. Juli. Nach unserem Finaltag habt ihr also noch über 24 Stunden, ein tolles Bewerbungsschreiben zu verfassen :-). Das Gesamtprogramm des Finaltages …

„DAS TRAUE ICH MIR NICHT ZU“

Die Aufforderung „Mach dein Ding“ meinen wir tatsächlich ernst. In unserem Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) gründest du mit anderen Studierenden zusammen gleich im ersten Semester ein richtiges Unternehmen. Der Ansatz, unternehmerisches Denken und Handeln im Studium auf diese Weise zu kultivieren, hat schon eine 25-jährige Geschichte und kommt ursprünglich aus Finnland. Vielleicht kriegst du bei dem Gedanken, ein eigenes Unternehmen zu gründen und aufzubauen, weiche Knie. “Ich hab doch noch gar keine Berufserfahrung. Wie soll ich denn da ein Unternehmen gründen?”, könnte ein Gedanke sein, der dir in den Sinn kommt. Das ist auch ganz verständlich. Denn in Deutschland ist Gründen mehr mit Angst behaftet als mit Freude. Dennoch zeigen viele studentische Startups, dass es man nicht zwangsläufig viel Erfahrung braucht oder ein Adrenalinjunkie sein muss, um ein Unternehmen zu gründen. Etwas Mut, Neugier und Durchhaltevermögen sind dagegen Grundvoraussetzungen für eine Gründung. Um dir über den “Das trau ich mir nicht zu”-Moment hinweg zu helfen, haben wir ein paar Argumente für dich zusammengestellt, warum du dir eine Unternehmensgründung in unserem  Studiengang GIF vielleicht doch …

„WARUM NICHT IN BERLIN?“

Auf unserer Entrepreneurship-Tagung am 7. Mai hatte ich eine längere Unterhaltung mit einem jungen Mann, der aus Berlin angereist war, um sich über unseren neuen Studiengang Gründung, Innovation, Führung (GIF) zu informieren. Ihn bewegten drei Fragen: Warum ausgerechnet Bremerhaven? Berlin sei doch viel cooler und Bremerhaven nur ein hoffnungs- und bedeutungsloses Kaff im Nirgendwo. Kann der Studiengang nicht zumindest nach Bremen umziehen, damit er in Berlin wohnen bleiben und gelegentlich pendeln könne? Garantieren wir ihm, dass in dem Studiengang nur Spitzenleute und totale Mega-Macher sein werden, die richtig was auf die Beine stellen? Diese Formulierungen sind zwar keine wörtlichen Wiedergaben, aber sie ähneln denen des jungen Mannes und sind keine Übertreibungen. Wenn ich den Ego-Faktor und die „Berlin = Nabel der Gründerwelt“-Perspektive mal rausrechne, bleiben drei Fragen übrig, die durchaus ihre Berechtigung haben und die sich wahrscheinlich auch einige von euch stellen. 1. Warum ausgerechnet Bremerhaven? Aus Zufall und Absicht. Zufällig stieß ich 2014 in Bilbao auf einen sogenannten „Team Academy“-Studiengang, war gleich begeistert und nahm mir vor, so etwas auch in Deutschland zu starten. …

„IST DAS NICHT RISKANT?“

Diese Frage gehört zu den ersten, wie uns in Gesprächen und Präsentationen gestellt wird, und sie kommt so sicher wie das Amen in der Kirche: Ist es nicht riskant, ziemlich ahnungslose Studienanfänger eigene Unternehmen gründen zu lassen? Unsere Antwort ist ganz klar: nein. Eine Gründung ist erst einmal nur ein juristischer Akt, für den ein paar Formalitäten und etwas Geld erforderlich sind. Und schwupp, das Unternehmen ist gegründet, ganz ohne Risiko. Okay, so wörtlich ist die Frage natürlich nicht gemeint. Bei Unternehmensgründung denken Menschen eher an die gesamte Anfangsphase von Unternehmen, wenn jeder Schritt ein Vorantasten erfordert, weil man alles zum ersten Mal macht und noch gar nicht weiß, was alles schiefgehen kann. Trotzdem ist es sinnvoll, sich bewusst zu machen, dass Gründen nur bedeutet, das Fundament zu legen, nicht das Haus zu bauen. Risiken entstehen, wenn das Unternehmen tätig wird, indem es Verpflichtungen eingeht, Haftung z.B. für seine Produkte übernimmt, Kredite aufnimmt oder Kapital einsetzt. Wie groß diese Risiken sind, lässt sich recht gut abschätzen, planen und steuern. Hier einige Beispiele, wie wir im …

„GIBT ES AUCH PRÜFUNGEN?“

Ja, Prüfungen gibt es. Jedes einzelne Modul des Studiengangs „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) schließt mit einer Prüfung ab. Die Modulübersicht auf der Hochschulwebsite macht deutlich, dass sogar eine ganze Menge Prüfungen zu bestehen sind. Da der Studiengang zu Prüfungszwecken möglichst nur Arbeit nutzt, die ohnehin geleistet wird, statt zusätzliche Arbeit zu machen, und weil der Studiengang möglichst frei sein soll von Prüfungssituationen, denen Unternehmer*innen normalerweise nicht ausgesetzt sind, gibt es aber keine Klausuren bei GIF (evtl. mit Ausnahme der Englischkurse). Stattdessen fertigen die Studierenden für die meisten Module ein Modulportfolio an. Das Modulportfolio ist eine besondere Prüfungsform, die aus einer Zusammenstellung kommentierter Belege von Lernaktivitäten und erreichten Lernzielen besteht. Je nach Modul können die Belege sehr unterschiedlich aussehen, z.B. Feedback auf Kundenbesuche oder auf den Pitch einer Geschäftsidee, gewonnene Kunden und erzielte Umsätze, ein entwickeltes Produkt, ein als Projektleiter*in zu Ende gebrachtes Kundenprojekt, die Verbesserung eines bestimmten Prozesses im Studiengang, verfasste Essays, dokumentierte Selbstbeobachtungen und die Reflexion des eigenen Lernprozesses. Lernziele und die dafür nötigen Maßnahmen werden zu Beginn jedes Semesters individuell mit dem Team …

„WIE STARK MÜSSEN DIE FIRMEN WACHSEN?“

Fragen nach wirtschaftlichen Anforderungen an die studentischen Unternehmen unseres geplanten Studiengangs „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) erreichen uns immer mal wieder. Hier drei Beispiele: Wie stark müssen die studentischen Firmen wachsen? Welchen Umsatz müssen sie schaffen? Müssen sie Gewinn machen oder sind auch Non-Profit-Unternehmen möglich? Aus diesen Fragen ist nicht direkt erkennbar, was hinter „müssen“ steckt. Geht es um die Voraussetzungen, damit sich ein Unternehmen am Ende des Studiums sinnvoll weiterbetreiben lässt? Dann lautet die Antwort: Die Unternehmen müssen sehr stark wachsen und viel Umsatz machen. Nur dann lassen sich beispielsweise Gehälter für ein großes Team bezahlen. Unser Studiengang GIF umfasst sowohl Module und Methoden zur Wachstumsbeschleunigung als auch Coaching und Spielraum für diejenigen Studierenden, die sehr wachstumsorientiert arbeiten wollen. Es kann aber auch sein, dass die obigen Fragen (Wie stark müssen die Firmen wachsen? etc.) nicht auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Unternehmen anspielen, sondern auf die Leistungsbewertung der Studierenden. Die Fragen lassen sich dann umformulieren in: Hängt meine Note vom Wachstum und vom wirtschaftlichen Erfolg unseres Unternehmens ab? Ja und nein. Zunächst zum Nein: Der …

„WAS FÜR UNTERNEHMEN WERDEN GEGRÜNDET?“

Die studentischen Unternehmen, die im Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ entstehen, sind Genossenschaften. Waaas? Keine Aktiengesellschaften? Keine GmbHs? Was ist überhaupt eine Genossenschaft? Dazu schreibt Gablers Wirtschaftslexikon: „Die Genossenschaft ist eine Gesellschaft von nicht geschlossener Mitgliederzahl mit dem Zweck, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes zu fördern […]. Der Charakter der Genossenschaft kommt zum Ausdruck […] in der Gleichberechtigung der Mitglieder untereinander ohne Rücksicht auf die Höhe ihrer Kapitalbeteiligung an der Genossenschaft sowie in der Selbstverwaltung durch die Genossenschaftsorgane“. Die Genossenschaft entspricht der Idee des Lernens und Wirtschaftens im Team sehr viel besser als andere Unternehmensformen. Erstens ist der Zweck von Genossenschaften, wie oben erwähnt, die Förderung der sozialen und kulturellen Belange der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb. In unserem Fall steht die Förderung von Erfahrungslernen im Mittelpunkt. Der Geschäftsbetrieb der Studierenden ist schließlich kein Selbstzweck, sondern dem Lernen dienend untergeordnet. Zweitens gilt bei Genossenschaften das demokratische Prinzip, dass alle Mitglieder unabhängig von ihrer Kapitaleinlage das gleiche Stimmrecht haben (Punkt 1 der Aufzählung), was die Gleichberechtigung der …

TEAM ACADEMY AUF SPANISCH

Vor 10 Jahren fiel der Startschuss für die Mondragon Team Academy (MTA). Und bereits 2015 hatten wir mal geschaut, was die Spanier so machen und wie sich das vom Modell der finnischen Tiimiakatemia in Jyväskylä unterscheidet. Jetzt, vor dem Start der ersten deutschen Team Academy in Bremerhaven, ging es nochmal darum, möglichst viele Erfahrungen aus Spanien für uns zu nutzen. Deswegen reisten Ann-Cathrin und ich für 4 Tage nach Bilbao. Die baskische Team Academy teilt sich mit vielen anderen Start-Ups ein Gebäude, das im Erdgeschoss ein hübsches Café beherbergt. Unternehmerischer Spirit ist überall zu spüren. Und das tut beiden Seiten gut – den jungen „Teampreneurs“, die die reiferen und erfolgreichen Start-Ups vor Augen haben, aber auch den Start-Ups, die gerne Absolventen der Mondragon Team Academy beschäftigen. Apropos Teampreneurs: so nennen sich Studierende an Team-Academy-Studiengängen, doch wer sie als Studenten anspricht, erhält als Antwort ein gequältes Lächeln – nein: als Studenten fühlen sie sich nicht. Überhaupt fehlt fast alles, was an eine klassische Universität erinnert, auch wenn die MTA damals aus der Mondragon Unibertsitatea gegründet wurde, …

VORBILDER IN FINNLAND UND SPANIEN

Die erste Team Academy entstand unter dem Namen Tiimiakatemia in Jyväskylä, einer Stadt mit 136.000 Einwohnern in Zentralfinnland. Nach der Auflösung der Sowjetunion 1991 geriet die finnische Wirtschaft in eine schwere Rezession. Die Hochschulen entließen ihre Absolventen direkt in die Arbeitslosigkeit. Als Antwort darauf ersann der Marketingdozent und Visionär Johannes Partanen das Modell der Team Academy: Ihre Absolventen sollten nicht nur über betriebswirtschaftliche Fachkenntnisse und praktische Managementerfahrung verfügen, sondern auch über ihre eigenen Unternehmen, um sie möglichst unabhängig zu machen vom damals desolaten finnischen Arbeitsmarkt. Im Laufe der Zeit entwickelte Johannes Partanen eine ganze Reihe von Methoden und Werkzeuge für Team Coaches zur Gestaltung und Steuerung des Lernprozesses der Studierenden. Sie füllen ein ganzes Buch, das für uns Team Coaches Pflichtlektüre und täglicher Leitfaden ist. Im Herbst 2015 besuchte eine Bremerhavener Delegation die Tiimiakatemia. Unter den Mitreisenden waren nicht nur die künftigen Team Coaches Wolfgang Lukas und Michael Vogel, sondern auch Mitglieder der Hochschulleitung. Wir waren alle sehr beeindruckt und begannen schon auf der Rückreise mit unserer Planung für eine Team Academy in Bremerhaven. Die …