Hintergründe

„WAS FÜR UNTERNEHMEN WERDEN GEGRÜNDET?“

Die studentischen Unternehmen, die im Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ entstehen, sind Genossenschaften. Waaas? Keine Aktiengesellschaften? Keine GmbHs? Was ist überhaupt eine Genossenschaft?

Dazu schreibt Gablers Wirtschaftslexikon: „Die Genossenschaft ist eine Gesellschaft von nicht geschlossener Mitgliederzahl mit dem Zweck, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes zu fördern […]. Der Charakter der Genossenschaft kommt zum Ausdruck […] in der Gleichberechtigung der Mitglieder untereinander ohne Rücksicht auf die Höhe ihrer Kapitalbeteiligung an der Genossenschaft sowie in der Selbstverwaltung durch die Genossenschaftsorgane“.

Die Genossenschaft entspricht der Idee des Lernens und Wirtschaftens im Team sehr viel besser als andere Unternehmensformen. Erstens ist der Zweck von Genossenschaften, wie oben erwähnt, die Förderung der sozialen und kulturellen Belange der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb. In unserem Fall steht die Förderung von Erfahrungslernen im Mittelpunkt. Der Geschäftsbetrieb der Studierenden ist schließlich kein Selbstzweck, sondern dem Lernen dienend untergeordnet. Zweitens gilt bei Genossenschaften das demokratische Prinzip, dass alle Mitglieder unabhängig von ihrer Kapitaleinlage das gleiche Stimmrecht haben (Punkt 1 der Aufzählung), was die Gleichberechtigung der Studierenden unterstreicht. Und drittens muss sich jede Genossenschaft regelmäßig extern prüfen lassen, was von den Studierenden noch mehr Ernsthaftigkeit verlangt und zusätzliches Feedback bedeutet.

Genossenschaften haben kein Mindestkapitel, d.h. eine Gründung ist auch mit einem Euro Einlage möglich, was mit studentischen Budgetskompatibel ist. Und die Haftung der Mitglieder ist in der Regel begrenzt auf die Höhe des Vermögens der Genossenschaft.

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