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BEWIRB DICH BIS 20. AUGUST

So, Leute, es wird ernst. Die Bewerbungsphase für unseren Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) läuft. Was bedeutet das für dich?

Ruhe bewahren

Bewerben kannst du dich bis zum 20. August. Die Studienplätze werden nicht in der Reihenfolge eingehender Bewerbungen vergeben. Die letzte noch rechtzeitig eingereichte Bewerbung nimmt genau so am Auswahlverfahren teil wie die erste Bewerbung (die uns schon im Februar erreicht hat…).

Allerdings solltest du die Bewerbung nicht auf den letzten Drücker fertig machen, denn wenn du dann feststellst, dass dir noch Unterlagen fehlen oder die Technik versagt, ist es zu spät. Erfahrungsgemäß ist ein Drittel (!!) aller Bewerbungen unvollständig oder fehlerhaft und wird deshalb aussortiert, ohne Chance auf Zulassung zum Studium.

Informieren

Informiere dich gründlich. Wir geben uns Mühe, den Studiengang GIF gut zu erklären, weil er so stark von „normalen“ Wirtschaftsstudiengängen abweicht. Unser Informationsangebot umfasst die Studiengangsbroschüre und vier Webpräsenzen, zu denen du am einfachsten über unsere Landing Page gelangst. Seit Mitte Mai bieten wir außerdem alle zwei Wochen einen Info Call mit einem Team Coach und 1-3 GIF-Studierenden. Du kannst uns zudem deine Fragen zum Studiengang schreiben und bei Bewerbungs- und Zulassungsfragen konkrete AnsprechpartnerInnen kontaktieren. Und wir haben allerlei Medienberichte über GIF gesammelt und, wo möglich, verlinkt.

Entscheiden

Der Studiengang GIF richtet sich an unternehmerisch denkende und handelnde Menschen. Also Menschen, die am liebsten was etwas auf die Beine stellen, ob in der Schule, in der Freizeit oder im Beruf; die verrückte Ideen haben oder kreative Problemlösungen sehen und sie mit anderen zusammen Realität werden lassen wollen; die gerne Neues ausprobieren und dabei auch mal ungewöhnliche Wege gehen. Trifft das auf dich zu? Dann könnte unser neuer Studiengang GIF das Richtige für dich sein. Er unterscheidet sich sehr vom gewöhnlichen Schul- und Hochschulbetrieb, weil wir über Wirtschaft, Unternehmensgründung, Innovation und Führung nicht nur SPRECHEN, sondern alles tatsächlich auch TUN. Denn aus eigener Erfahrung lernt man am besten und am nachhaltigsten. Darum verlangen wir auch ein Bewerbungsschreiben: Wir wollen Bewerbungen vermeiden, die auf Missverständnissen und Unkenntnis beruhen.

Wichtig für deine Entscheidung ist sicher auch, wie wir angesichts der Corona-Pandemie das kommende Semester planen. Wie alle Studiengänge wird auch GIF überwiegend online stattfinden müssen. Denn durch ihre Offenheit und Größe sind Hochschulen perfekte Covid-19-Hotspots. Zumindest unseren Studienanfängerinnen und -anfängern wollen wir aber auch Präsenzveranstaltungen ermöglichen. Präsenz erleichtert das Ankommen im Studium und schafft eine gute Grundlage für das digitale Miteinander. Mehr zu diesem Thema bietet das folgende Video.

Bewerbung vorbereiten

Wenn du glaubst, dass GIF das Richtige für dich ist und dass du die Voraussetzungen zur Zulassung erfüllst, dann gib dir Mühe mit der Bewerbung und vor allem mit dem Bewerbungsschreiben. Die drei Fragen, die alle BewerberInnen beantworten sollen, interessieren uns sehr. Zeig uns, dass du strukturiert, reflektiert, anschaulich und sorgfältig schreiben kannst. Ein gutes Bewerbungsschreiben verbessert deine Chancen auf einen Studienplatz.

Bewerbung abschicken

Deine Bewerbung für den Studiengang GIF musst du online einreichen. Und nicht vergessen: Bewerbungsschluss ist der 20. August. Warte nicht bis zum letzten Moment. Wir freuen uns, von dir zu lesen.

 

Text: Michael Vogel
Foto: Pexels.com

INFO CALLS: WIR LADEN DICH EIN

Auf unserer Action!-Seite haben wir einige Empfehlungen zusammengestellt, wie du dich über GIF informieren kannst. Persönliche Gespräche sind uns dabei besonders wichtig, um die Funktionsweise und die Anforderungen unseres Studiengangs transparent zu machen. Dafür bieten wir seit 12. Mai etwa alle zwei Wochen einen Info Call als Webmeeting an. Die Info Calls sind auf 90 Minuten und maximal 10 TeilnehmerInnen ausgelegt und bestehen aus fünf Teilen:

  1. Check-In: Was erhoffe ich mir aus diesem Call?
  2. Ein Team Coach stellt den Studiengang GIF vor.
  3. Teampreneurs (= Studierende) berichten von ihren Erfahrungen
  4. Zeit für Fragen
  5. Check-Out: Was nehme ich aus diesem Call mit?

In jedem Info Call setzen wir einen etwas anderen thematischen Schwerpunkt, weil sich nicht jeder für alles interessiert und die Calls nicht ausufern sollen. Natürlich könnt ihr jedes Mal Fragen zu allen Themen und allen Aspekten von GIF stellen.

Die Terminliste aktualisieren wir fortlaufend. KW steht für Kalenderwoche.

  • KW 20: Dienstag, 12. Mai, 17 Uhr. Schwerpunkt Anders lernen
  • KW 22: Dienstag, 26. Mai, 17 Uhr. Schwerpunkt Gründen und Arbeiten im Team
  • KW 24: Dienstag, 9. Juni, 17 Uhr. Schwerpunkt Führen und geführt werden
  • KW 26: Montag, 22. Juni, 17 Uhr. Schwerpunkt Unternehmerisch denken und handeln
  • KW 26 zusätzlich: Samstag, 27. Juni. Campustag der Hochschule Bremerhaven für Studieninterssierte aller Fachrichtungen, auch GIF
  • KW 28: Montag, 6. Juli, 17 Uhr. Schwerpunkt Female Entrepreneurship
  • KW 30: Freitag, 24. Juli, 17 Uhr. Schwerpunkt Social Entrepreneurship
  • KW 32: Freitag, 7. August, 17 Uhr. Schwerpunkt Freiheit, Eigeninitiative und Eigenverantwortung
  • KW 33: Mittwoch, 12. August, 17 Uhr. Schwerpunkt Female Entrepreneurship
  • KW 34: Montag, 17. August, 17 Uhr. Schwerpunkt Innovation
  • KW 34: Donnerstag, 20. August: BEWERBUNGSSCHLUSS!

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Neugierig? Dann suche dir einen Termin aus und schreibe uns zur Anmeldung über das Kontaktformular unten eine Nachricht mit deinem Wunschtermin. Du erhältst von uns einen Link für den Zugang zum Webkonferenz-System.

Indem du das folgende Formular nutzt, bestätigst du, dass du die Datenschutzerklärung zu Kenntnis genommen hast und zustimmst, dass deine Angaben zur Kontaktaufnahme und für Rückfragen gespeichert werden.

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COLLABORATION & COMMUNITY, ABER DIGITAL

Seit drei Monaten ist unser Entrepreneurship-Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) im Online-Betrieb. Und es sieht danach aus, dass wir – wie alle anderen Studiengänge – auch im kommenden Wintersemester überwiegend online arbeiten werden. Die Covid-19-Infektionen dürften wieder zunehmen, wenn es kälter wird und sich das Leben von draußen nach drinnen verlagert. Abstandsregeln führen außerdem zu einem Platzbedarf in allen Studiengängen, der das Platzangebot von Hochschulen wesentlich übersteigt. Bei GIF werden wir den Studienanfängern die oberste Priorität bei der Nutzung unseres Studienganggebäudes (Altes Fährhaus, direkt am Wasser) einräumen, denn es ist wichtig für die virtuelle Teamarbeit, dass wir uns alle erstmal ausgiebig physisch begegnen.

Immerhin haben wir in den letzten drei Monaten viel darüber gelernt, wie Zusammenarbeit im digitalen Raum funktioniert und wie nicht. Wir haben zahlreiche Veranstaltungsformate und Tools online ausprobiert und gemerkt, was uns produktiv macht, motiviert und zusammenbringt und ebenso, was uns bremst, ablenkt oder ermüdet. Das Foto oben zeigt beispielsweise eine kollaborative Übung von fast 30 Teampreneurs (= Studierenden) mit virtuellen Post-Its am Bildschirm (Tool: Miro). Paarweise bearbeiteten sie je eine Spalte und unterhielten sich dabei über individuelle Audiokanäle (Tool: Slack), während die studentischen Moderatoren und der Team Coach per Videokonferenz (Tool: BigBlueButton) das Geschehen verfolgten. Die virtuelle Open Space Konferenz zwei Wochen vorher war ein anderes Beispiel für den kreativen Umgang mit digitalen Tools bei GIF.

Eine weitere Einsicht aus drei Monaten Online-Betrieb ist, dass Software, die die Zusammenarbeit („Collaboration“) im Projektteam unterstützt, nicht unbedingt geeignet ist, um auch die Gemeinschaft („Community“) im Studiengang aufrechtzuerhalten. Community ist, genau wie Collaboration, eine Zutat zum Funktionieren von GIF, da die Community eine Art informellen Wissensspeicher oder ein verteiltes Gedächtnis darstellt, worauf wir alle immer wieder zurückgreifen, um schneller zu lernen, bereits gemachte Fehler zu vermeiden und gemeinsam besser zu werden. Wir wissen jetzt, dass wir zusätzlich eine Community-Plattform brauchen, und haben deshalb ein Projekt gestartet, um bis Herbst die digitale Infrastruktur unseres Studiengangs möglichst durch ein „Social Intranet“ zu ergänzen.

Wie wird das konkret aussehen? Wird es funktionieren? Und wie wird es sich auf den Unternehmergeist und die Kreativität im Studiengang auswirken? Finde es heraus, indem du zu uns kommst. Die Bewerbungsfrist für GIF läuft vom 1. Juli bis 20. August 2020. Bitte hier entlang …

Text & Bild: Michael Vogel

DER ZWECK VON GIF

Viele größere Unternehmen lassen sich durch Werbeagenturen Leitbilder („Mission Statements“) formulieren, die den Unternehmenszweck auf den Punkt bringen sollen. Wenn ein Mission Statement nicht primär für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bestimmt ist, sondern bei den Mitarbeitenden, Geschäftspartnern und Kunden Sinn stiften, Beziehungen festigen und Motivation erzeugen soll, werden diese Personengruppen in den Entwicklungsprozess einbezogen.

Der Zweck unseres Studiengangs „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) ist weitaus weniger klar, als beispielsweise der Zweck eines Ingenieurstudiums. Wozu dient ein Studiengang, der sich weder in einem bestimmten Fachgebiet verortet, noch in einer speziellen Branche? Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und meine Erfahrungen aus den ersten vier Semestern GIF einfließen lassen. Hier ist mein Vorschlag für unser Mission Statement, der ungefähr in die gleiche Richtung geht wie mein Artikel über GIF und die Zukunft des Arbeitens:

Der Studiengang GIF soll Menschen auf ein selbstbestimmtes, produktives und kooperatives Leben, Arbeiten und Problemlösen in einer volatilen, unsicheren, komplexen und unklaren (VUCA-)Welt vorbereiten. Diesen Zweck verfolgt GIF durch Kompetenzentwicklung vor allem in drei Bereichen:
a) Entrepreneurship: Unternehmerisches Denken und Handeln
b) Team: Lernen im Team, Neues schaffen im Team, Führen im Team
c) Selbst: Neugier, Eigeninitiative, Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit und Selbstmanagement

Das.

Der Hintergrund des obigen Bildes repräsentiert die VUCA-Welt, auf die das Mission Statement Bezug nimmt.

Was hältst du von dem Textvorschlag? Ist er klar und verständlich? Zukunftsträchtig? Disruptiv? Voller Potenzial für weitere Entwicklungen? Relevant für dich? Ich freue mich über Feedback per E-Mail.

Text und Bild: Michael Vogel

VIRTUELLER OPEN SPACE

In unserem Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) haben wir zwei Veranstaltungsformate, die uns alle zusammenbringen, egal zu welchem Team oder in welchen Jahrgang wir gehören. Houston Calling ist ein monatlicher, sehr kompakter Check-Up, zu dem alle Teams bestimmte Kennzahlen berichten, je ein interessantes Projekt vorstellen und besondere Lernerfahrungen teilen, die häufig aus Pannen und Flops resultieren.

Das andere Veranstaltungsformat für den kompletten Studiengang ist der Rocket Day, der einmal pro Semester stattfindet und der Entwicklung und Stärkung der GIF-Community dient. Was an einem Rocket Day passiert, liegt allein in den Händen des Teams, das ihn organisiert. Der letze Rocket Day kurz vor Weihnachten war eine digital gesteuerte, abenteuerliche kriminalistische Schnitzeljagd durch Bremerhaven

Für den heutigen Rocket Day luden unsere Teampreneurs (= Studierenden) Felke und Noah als Hosts zur virtuellen Open Space Konferenz mit dem Thema „… & GIF“. Zwei Lernziele waren damit verbunden: Wie lässt sich das Open-Space-Format online durchführen? Und welche Anliegen tragen wir in uns, die wir gerne im Gespräch mit unserem Studiengang in Verbindung bringen möchten, um möglicherweise daraus gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln?

Über die letzten sieben Tage lief ein Countdown, in dessen Verlauf fast täglich neue Informationen über die virtuelle Open Space Konferenz gestreut wurden, um Aufmerkamkeit und Neugier zu wecken. Das Konferenz-Booklet (PDF-Download) fasste schließlich alles zusammen.

Ein Kennzeichen einer Open Space Konferenz ist, dass das Programm nicht vorher feststeht, sondern von den Teilnehmenden live aus ihren eigenen Anliegen erstellt wird. Damit begann auch unser Tag. Die eingebrachten Anliegen reichten u.a. von „Sport & GIF“,  „Entwicklungspolitik & GIF“ und „Wissenschaftliches Arbeiten & GIF“ über den „Glauben an sich selbst“, „Liebe, Gemeinschaft und das Why“ und „Persönlichkeitsentwicklung mit ganz GIF“ bis hin zu „Gleichberechtigung & GIF“, „Employability, Humboldt & GIF“ und Wissensmanagement im Studiengang.

Das Open Space Programm entsteht kollaborativ und live.

Alle, die ein Anliegen eingebracht hatten, fungierten anschließend als GastgeberInnen einer Gesprächszunde zu ihrem eigenen Anliegen. Immer fanden mehrere solcher Sessions parallel statt, zwischen denen man frei wählen und auch jederzeit hin- und herwechseln könnte. Das ist ein weiteres Kennzeichen von Open Space Konferenzen: Sie sind maximal ungezwungen und werden oft mit einer einzigen langen Kaffeepause verglichen.

Neben den inhaltlichen Impulsen aus den Gesprächsrunden, die sich in den Nachmittag zogen, war sicher auch die Erfahrung wertvoll, dass Großveranstaltungen keineswegs streng durchgeplant und durchgetaktet sein müssen, sondern sich ebenso auf Selbstorganisation und Spontanität stützen können, solange die Spielregeln bekannt sind. Das klappte sogar im Virtuellen, wo uns ein digitales Kanban-Board als Programmtafel und eine Vielzahl von Webkonferenz-Kanälen als Gesprächsräume dienten.

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Text und Bilder: Michael Vogel

 

LERNEN DURCH UNTERNEHMERISCHES PROBLEMLÖSEN

Du weißt nicht recht, was du studieren sollst? Einerseits findest du die Welt so interessant, dass du gern mehr über sie erfahren möchtest. Andererseits hast du keine Lust, noch länger eine Schulbank zu drücken und unter Prüfungsdruck Dinge zu lernen, die jemand anderes für wichtig hält.

Am liebsten würdest du etwas Neues schaffen, ein wichtiges Problem unternehmerisch lösen, die Welt etwas besser machen. Du möchtest etwas tun, was deine Neugier, Vielseitigkeit und Kreativität herausfordert, wobei du selbstbestimmt lernst, eigene Entscheidungen triffst und mit Leuten im Team arbeitest, die ähnlich drauf sind. Aber dein Umfeld warnt dich, dass du einen Hochschulabschluss brauchst, um ernst genommen zu werden, um einen guten Job zu finden, um wirklich zu wissen, was du tust.

Vielleicht haben wir, was du suchst: einen Studiengang, in dem du am besten vergisst, dass du studierst. Weil die Anforderung an dich nicht ist, etwas Bestimmtes zu lernen, sondern etwas Bestimmtes zu tun: nämlich im Team ein echtes Unternehmen aufzubauen, das auf innovative Weise reale Probleme löst.

Welche bzw. wessen Probleme das sind, wie Lösungen aussehen könnten, wie das Unternehmen damit Geld verdient, wer die Kunden sind, wie ihr euch im Team organisiert und was du dafür alles lernen musst, kann dir jetzt niemand sagen. Das herauszufinden und auszuprobieren ist eure Aufgabe und ein zentraler Teil des Lernprozesses.

Der Studiengang, der all das möglich macht, heißt „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF). Der deutschlandweit einzigartige Bachelorstudiengang hat im Herbst 2018 an der Hochschule Bremerhaven begonnen und orientiert sich am Vorbild der finnischen Team Academy.

Fakten zu GIF:

  • Lernen am und im eigenen Unternehmen
  • Teamwork statt Einzelkämpfertum
  • Vollzeit-Präsenzstudium über 6 Semester (180 ECTS-Credits)
  • 45 Studienplätze pro Jahr
  • Studienbeginn zum Wintersemester
  • Abschluss mit dem Bachelor of Arts (B.A.)

Wenn du mehr erfahren willst, sieh dich in unserem StartBlog um und folge unseren Empfehlungen in der Rubrik AND ACTION!  Wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja im Herbst. Wir würden uns freuen.

 

Text: Michael Vogel
Foto:
Danielle MacInnes/Unsplash.com

STUDIENGANG GIF IN ZEITEN VON CORONA

Am Freitag, den 13. März 2020, stellten alle Hochschulen im Land Bremen vorläufig den Präsenz-Lehrbetrieb wegen der Covid-19-Pandemie ein. Im Studiengang GIF hatten wir zwar damit gerechnet, dass strenge Restriktionen in Kraft treten würden, aber nicht so schnell und auch nicht so weitreichend. Erst einen Tag vorher hatten wir wegen der Infektionsgefahr die für April geplante und lange herbeigesehnte zweiwöchige Exkursion des ganzen Studiengangs nach Bilbao abgesagt.

Übers Wochenende räumten wir aus unserem Studiengangsgebäude „Altes Fährhaus“ alle privaten Dinge, Pflanzen und haufenweise Lebensmittel (wir haben dort eine große Küche) raus, testeten verschiedene Web Conferencing Tools und verlagerten den Studiengang ins Internet. Am Montagmorgen um 10 Uhr begann bei guter Stimmung bereits das erste Team Training online, das im Foto oben zu sehen ist.

Inzwischen (d.h. Ende April) sind wir alle recht routiniert im Abhalten von Webkonferenzen und staunen, wie viel gute Teamdynamik und Beziehungskultur wir vom Präsenzbetrieb unseres Studiengangs in die Online-Version übertragen und bewahren konnten. Eine kleine Umfrage ergab, dass wir uns alle nach dem Ende der Corona-Maßnahmen die dauerhafte Fortsetzung bestimmter Webkonferenz-Formate wünschen.

Da im Studiengang GIF schon vor der Corona-Krise viel Kommunikation und Zusammenarbeit über Collaboration Tools wie Slack, Monday, Discord, TeamUp, Trello und Mural lief, liegt es nahe, dass wir uns in der Zukunft noch mehr Freiräume durch „blended learning“ (Verbindung von Präsenz und Online im Lernprozess) schaffen. In jeder Krise liegen Chancen!

Apropos online: Wir starten am 12. Mai eine Reihe von GIF Info Calls  (=Web-Meetings), an denen wir live über unseren Studiengang informieren und Fragen beantworten. Hier entlang, bitte.

PINGUINE IM STUDIENGANG GIF

Neue Studierende (oder besser: Teampreneurs) in unserem Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) und in allen anderen Team-Academy-Studiengängen weltweit heißen Pinguine.

Denn die meisten Menschen, die aus anderen Bildungszusammenhängen zu uns kommen, verhalten sich anfangs so unbeholfen wie Pinguine an Land. Der Grund ist, dass bei GIF fast alles anders ist, als sie es aus Schule, Ausbildung oder Hochschule kennen. Das irritiert und verunsichert.

Die wohl wichtigste Lernerfahrung der ersten Monate bei uns ist das „Entlernen“ von Gewohnheiten und Erwartungen, die selbstgesteuertem Lernen und Arbeiten entgegenstehen. Wer darauf wartet, dass etwas von alleine passiert, wartet vergebens.

Indem unsere Pinguine lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und ihre Freiheit und die sich bietenden Chancen produktiv zu nutzen, gelangen sie zum Wasser. Da sind Pinguine in ihrem Element. Dafür sind sie geschaffen. Da können sie zeigen, was sie drauf haben!

Hier sind sie, unsere Pinguine 2019, direkt nach der Gründung ihrer Unternehmen Flotas, Navalia und TypeFive am 12. November:

Unsere Studiengangspioniere waren 2018 selbst noch Pinguine. Die Fotos zeigen sie an ihrem Gründungstag, dem 13. November, als Luova, StartDocks und Bluebird entstanden:

Wir freuen uns auf viele weitere Pinguin-Generationen in unserem Studiengang GIF in Bremerhaven! Nicht umsonst nennt sich unser starkes lokales Eishockey-Team Fischtown Pinguins!

Text und Fotos: Michael Vogel

UNSER GRÜNDUNGSTAG 2019

Genau ein Jahr nach der Gründung der ersten drei Genossenschaften in unserem Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) war es heute wieder soweit. Ab 9 Uhr morgens kamen die drei großen Teams unserer Erstsemester-Studierenden zusammen und hielten unter der routinierten Leitung von Kirsten König vom Genossenschaftsverband Weser-Ems ihre Gründungsversammlungen ab. In deren Verlauf entstanden:

  • die Flotas eG in Gründung,
  • die TypeFive eG in Gründung,
  • die Navalia eG in Gründung.

Die Satzungen wurden verabschiedet, Vorstände und Aufsichtsräte gewählt und eine Menge Papiere ausgefüllt und unterschrieben. Hier ein paar Impressionen vom Gründungstag:

Gründungsversammlung der Flotas eG

Das Team der Flotas eG in Gründung

Das Team der TypeFive eG in Gründung

Erinnerungsfoto für den Genossenschaftsverband

Das Team der Navalia eG in Gründung

Im Navalia-Team lässt die Anspannung sichtlich nach…

Text und Fotos: Michael Vogel

SELBER LESEN STATT VORLESUNG

Unser Entrepreneurship-Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) soll den Studierenden helfen, ihr unternehmerisches Denken und Handeln zu entwickeln. Immer wieder passiert es uns jedoch, dass wir gefragt werden, ob GIF „also eine Art BWL-Studium“ sei. Nein, das ist GIF nicht. In diesem Beitrag möchte ich zeigen, worin einige der grundlegenden Unterschiede liegen und warum GIF zugunsten von Selber-Lesen auf Vorlesungen verzichtet.

Die folgende Tabelle stellt Entrepreneurship der Betriebswirtschaft gegenüber mit dem Ziel, die Unterschiede sichtbar zu machen.

Entrepreneurship Betriebswirtschaft
Worum geht‘s? Chancen wahrnehmen, Neues starten Bestehendes wirtschaftlich betreiben
Was braucht es vor allem? Haltung, Teamkompetenz, Innovationskraft, Resilienz Relativ standardisiertes Fachwissen, Methoden
Wie lässt sich das lernen? Durch Praxis und ihre Reflexion Durch Theorie und ihre Anwendung

Mit der Betriebswirtschaftslehre verfügt die Betriebswirtschaft über einen Bestand an Fach- und Methodenwissen, der im BWL-Studium selektiv vermittelt wird. Da Betriebswirte meist in bereits bestehenden, vorstrukturierten, arbeitsteiligen Organisationen tätig werden, ist ein normierter, spezialisierter Wissensbestand sinnvoll.

Entrepreneure dagegen schaffen ihren Arbeitskontext selbst, indem sie Chancen verfolgen und innovative Problemlösungen entwickeln, immer auf der Suche nach einem funktionierenden Geschäftsmodell. Das dafür nötige Wissen eignen sich Entrepreneure in dem Umfang selbst an, wie es die Lage erfordert. Für sie ist nicht ein bestimmter Wissensbestand, sondern die Fähigkeit zu effektivem, selbstgesteuertem Lernen essentiell.

Das individuelle Lektüreprogramm

Im Studiengang GIF bereiten wir auf diese Realität vor, indem wir auf standardisierte Wissensvermittlung verzichten. Statt Vorlesungen absolvieren die Studierenden („Teampreneurs“) ein umfangreiches, aber individuelles Lektüreprogramm: Sie planen und entscheiden selbst, was sie lesen. Dadurch übernehmen sie von Anfang an Verantwortung für ihr Lernen. Nur der Rahmen ist vorgegeben:

  • Jedes Semester müssen sie mindestens fünf bis sieben Bücher lesen und schriftlich verarbeiten.
  • Maximal vier Bücher dürfen auf Deutsch geschrieben sein, alle anderen in Englisch.
  • Die schriftliche Verarbeitung der Bücher besteht aus Leitfrage, Rezension (Zusammenfassung, Kritik, Leseempfehlung) und Transfer.
  • Leitfragen entstammen der eigenen Praxis im Studiengang, insbesondere Kundenprojekten, Führungssituationen, Teamarbeit oder persönlicher Entwicklung.
  • Der Transfer bildet den Hauptteil und besteht in der Bearbeitung der Leitfrage (Praxis) mit Hilfe von Ideen, Methoden, Modellen etc. (Theorie) aus dem Buch.

Zu Beginn jedes Semesters erstellen die Teampreneurs als Teil ihres Lernkontrakts einen persönlichen Lektüreplan. Am Semesterende reichen sie ihre gesammelten Ausarbeitungen zusammen mit einer Reflexion ihres Lernprozesses als Portfolio zur Begutachtung ein.

Drei Beispiele

Da ich in den letzten Wochen eine große Zahl solcher Lektüre-Portfolios gelesen und benotet habe, kann ich auch gleich Beispiele für diese Art der Theorie-Praxis-Verbindung liefern. Ich nutze die Gelegenheit, um auf das Fachbuch-Sortiment des Haufe Shops aufmerksam zu machen, der uns aktuell unterstützt. Im Coworking Space unseres Studiengangs stehen zahlreiche Bücher u.a. aus den Rubriken „Privat & Beruf“ und „Unternehmensführung“ zur Verfügung, die häufig in Lektürepläne aufgenommen werden.

Beispiel 1: Selbstmanagement. Für unsere Studienanfänger ist der Umgang mit der Freiheit, die der Studiengang GIF bietet, eine viel größere Herausforderung, als sie es anfangs wahrhaben wollen. Als ihre Team Coaches empfehlen wir ihnen deshalb im 1. Semester, sich mit Methoden des Selbstmanagements zu beschäftigen. Das leicht lesbare Buch „Ziele erreichen. Von der Vision zur Wirklichkeit“ (Nickel) eignet sich gut zum Einstieg. Etwas anspruchsvoller zu lesen ist „Self-Leadership. Sich selbst führen in unsicheren Zeiten“ (Heidbrink/ Debnar‑Daumler). Beide Bücher wurden bei uns stets positiv rezensiert und wandern quasi von Hand zu Hand.

Beispiel 2: Workshop-Gestaltung. Unser Studiengang stützt sich durchgehend auf Teamarbeit. Es wird fast nur in Gruppenformaten gearbeitet und gelernt. Die produktive und freudvolle Gestaltung und Moderation von Workshops hat deshalb eine große Bedeutung. Manchmal kommt es zu einem regelrechten Wettrüsten beim Einsatz innovativer und spielerischer Methoden. Der „Crashkurs Professionell Moderieren“ (von Kanitz) findet ebenso den Weg in Lektürepläne unserer Teampreneurs, wie „Spiele für Workshops und Seminare“ (Beermann/ Schubach/ Tornow). Durch die schriftliche Beschäftigung mit dieser Literatur werden Workshops besser vorbereitet, professioneller durchgeführt und vor allem angemessen reflektiert.

Beispiel 3: Führung. Dieses Thema ist ständig präsent in unserem Studiengang und prägt auch seinen Namen. Teampreneurs leiten Kundenprojekte, sind Vorstände und Aufsichtsräte ihrer Unternehmen, fungieren als Hosts von Team Trainings und als Management der Studienganggebäudes. Auch ohne formelle Führungsrollen übernehmen sie immer wieder situativ die Führung. Der ständige Rollenwechsel bei fortbestehenden Teambeziehungen wirft Fragen auf, zu deren Bearbeitung u.a. das Buch „In Führung gehen. Der erfolgreiche Wechsel vom Kollegen zum Vorgesetzten“ (Resetka/Felfe) herangezogen wird. Als Quelle der Inspiration neuer Ideen über Führung und Organisation dient hingegen das originell gestaltete „Wir sind Chef. Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert“ (Arnold). Denn die Vorstellung hierarchischer, machtbasierter und unkooperativer Führung findet bei unseren Teampreneurs keine Resonanz.

Abschließend ein paar starke Argumente für das Lesen von Büchern (Quelle):

 

Text: Michael Vogel
Fotos: Daria Nepriakhina/Unsplash.com und lum3n.com/pexels.com