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SOCIAL INNOVATION EDUCATION

Future Skills, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Entrepreneurship Education: Die Liste der neuen Anforderungen an Hochschullehre ist lang. Innovative Konzepte und ergänzende Angebote sollen die etablierten Studiengänge erweitern, praxisnäher machen und interdisziplinär verschränken. Aber auch neuartige, experimentelle Studiengänge sind nötig, die vorführen, was im bestehenden Hochschulrahmen möglich ist.

Dies ist eine große Aufgabe, der sich die Hochschulen stellen müssen, um zukunftsweisend zu sein und wettbewerbsfähig zu bleiben. Viele Programmverantwortliche und Lehrende sehen sich dieser Aufgabe jedoch allein gegenüber. Dabei existieren im deutschsprachigen Raum bereits erfolgreiche Konzepte, Pilotprojekte und sogar Studiengänge, die jede Menge Inspiration für innovative, praxisnahe Lehre bieten. Unser Bremerhavener Studiengang „Gründung, Innovation, Führung“ (GIF) ist einer davon.

Ein kürzlich erschienener Sammelband stellt erstmals Pionierprojekte an deutschen Hochschulen vor, die als herausragende Beispiele für das noch junge Feld der „Social Innovation Education“ gelten können. Die in diesem Band beschriebenen Bildungsinnovationen bieten Lösungsansätze für drängende Fragen der akademischen Lehre. Sie weisen den Weg in eine Zukunft, in der Hochschulen ihre verbreitete Belehrungsdidaktik zugunsten einer Ermöglichungsdidaktik überwinden und sich auch in der Lehre an den großen gesellschaftlichen Herausforderungen orientieren.

In seinem Buchbeitrag schreibt GIF-Studiengangsleiter und Team Coach Michael Vogel:

„Die Form eines Studiengangs muss sich aus seiner Funktion ergeben, nicht aus Konventionen oder persönlichen Vorlieben. Der Anspruch eines Studiengangs für Sozialinnovation sollte es demnach sein, seine inhaltliche Botschaft durch eine sozial innovative Form zu verstärken und glaubwürdig zu machen. Ein solcher Studiengang kann ein deutliches Signal des Aufbruchs und der Veränderung senden, indem er sich von den hochschulkonventionellen Formen emanzipiert, um seinen gesellschaftlichen Funktionen bestmöglich gerecht zu werden und um bereits durch die Ausgestaltung des Lernprozesses und der Zusammenarbeit mit externen Anspruchsgruppen sozialen Mehrwert zu schaffen.“ (S. 102)

Anhand des Studiengangs GIF stellt Michael Vogel dar, wie sich Studienganggestaltung als sozial-innovative Praxis begreifen lässt. Das folgende Flipbook ist auf der ersten Seite des Buchbeitrags über GIF aufgeschlagen. Es erlaubt aber auch, das komplette Buch am Bildschirm zu lesen oder als PDF herunterzuladen.

 

Die Herausgeber*innen Michael Wihlenda, Taiga Brahm und Lina Greger forschen zu innovativen Bildungskonzepten und Kompetenzentwicklung an Hochschulen. Michael Wihlenda ist außerdem der Gründer und Leiter der World Citizen School an der Uni Tübingen

 

Text und Bild: Michael Vogel
Hintergrundfoto: Lisa Fotios/Pexels